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Der Name des Eigenthümers von Kollinge war Carl Milner. Er hatte ſich mit einem Frauenzim⸗ mer aus den alten guten Zeiten verheirathet, das nie Etwas gehört, was der„Emancipation des Wei⸗ bes ähnlich ſah; nie andere Romane geleſen, als „die Pfarrerstochter“ von Lafontaine und„das Klo⸗ ſterkind“, nie weiter, als bis zur nächſten Stadt, einer der kleinſten im Reich, gereiſt war; deren Ge⸗ dankenflug ſich nie weiter, als bis in das Gebiet der Küche des Viehhofs, des Leinwandſchranks und der Webekammer erſtreckt; und die nie einen an⸗ deren Traum, als den geträumt, es äußerſt or⸗ dentlich und geputzt in ihrem Hauſe zu haben, ſowie ſtrenge Disciplin unter ihren Dienſtleuten zu hand⸗ haben.— Frau Milner war Mutter von zwei Töch⸗ tern und einem Sohne.
Der Sohn Göran, das älteſte Kind, war im Begriff, ſeine erſten Hahnentritte auf dem ſteinigen Wege der Wiſſenſchaft zu machen. Er war Student.
Eliſe, die zweite in der Reihe, war ein langes, ſchlankes Mädchen. Ihr Wuchs hatte etwas Zartes und ſie ging ein wenig gebeugt. Die Geſichtszüge waren weniger hübſch und weniger lebhaft, als die der jüngeren Schweſter; aber aus den dunkelblauen, gar nicht großen Augen blickte eine milde und warme Seele. Ein Paar dunkele Augenbrauen wölbten ihre Bogen über einer nicht übertrieben hohen, aber doch klaren Stirne. Der Mund war groß und ſchloß ſich ernſt über zwei Reihen hübſcher Zähne; die Haut war weiß, aber bleich; das Haar war braun. Eliſe war ſtill und arbeitſam. Sie brachte ihr Leben ſtill


