Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Clelia warf ihm einen höhniſchen Blick zu und lachte ſo laut, daß es Alle hören konnten: Ritter Scotto findet jede Schürze ſchön!

Dieſer abet zuckte verächtlich die Achſel und

fragte, als ob er jene Worte überhört habe:

Wo iſt denn der Kaiſer?

Seine Majeſtät, ſprach der eben zurückkeh⸗ rende Hauptmann, haben geruht, ſich auf einige Augenblicke nach der Schloßcapelle zu begeben.

Und warum hat man uns nicht aufgefor⸗ dert? fragte Clelia mit empörender Arroganz.

Der Kaiſer hat huldreichſt mich beauftragt, meinen verehrten Gäſten zu melden, daß auch er bald hier ſein wird.

Und allmälig bildeten ſich drei Geſprächsgrup⸗ pen. Am oberſten Fenſter, am Ende des Zimmers, unterhielt ſich die ungeduldige Clelia mit ihrem Ge⸗ mahle, der plötzlich ängſtlich geworden war; am mit⸗ telſten Fenſter ſchwatzte der Poet mit dem Gegenſtande ſeiner naiven Anbetung, und am unterſten Fenſter,

unfern der Thür, plauderte der Hauptmann mit dem Leibarzte und dem Hofmaler.

Woher Eure plötzliche Unruhe? fragte Clelta.

Ach, mir ahnt hier nichts Gutes, bekannte

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