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fragte er ſeinen Begleiter ſo leiſe, daß nur dieſer es zu hören vermochte:
— Wie befindet ſich Eure ſchöne Gefangene2
— Sie iſt heute wohler als je.
— Gottlob! Wo aber finde ich ſie?
— In der Schoßecapelle, wo ſie täglich um dieſe Stunde zu verweilen pflegt.
— Ihr habt ihr doch nichts geſagt?
— Keine Sylbe, Majeſtät!
— Euer Kaiſer iſt mit Euch zufrieden! Stellt nun Eure Gäſte Eurer hübſchen Pflegetochter vor, und führt mich dann zur Gräfin!
Der Hauptmann bat ſeine Gäſte in den großen hochgewöbten Ritterſaal einzutreten, in welchem Lud⸗ mila mit ehrerbietigem Gruße ihnen entgegentrat.
— Dieſes Mädchen da iſt meine Pflegetochter, ſagte der Hauptmann und kehrte ſogleich zum Kaiſer zurück, um ihn in die Schloßcapelle zu begleiten.
Clelia muſterte das verlegene Mädchen von der Locke bis zur Schuhſohle mit ſo vornehmthuender Anmaßung, daß der armen Ludmila das Blut in die Wangen trat.
— Nicht übel, ſagte Clelia zu Girolamv.
— Ich finde ſie reizend! geſtand Scottv.


