233
ten Mutterherzens ſagt mir laut und deutlich, daß Don Cäſar d' Auſtria uns keine Schande machen wird.
— Das gäbe Gott! ſeufzte der Kaiſer und ſchwieg einen Augenblick.—
— Sagt mir, Deutſchlands Raphael, fragte Scotto den Maler, wohin fahren wir denn ei⸗ gentlich?
— Ei, kennt Ihr nicht dieſen Weg? entgegnete Johann von Aachen.
— RNein, beſter Michel Angelo, geſtand Gi⸗ rolamv.
— So habt Ihr alſo doch wohl ein Gläschen über den Durſt getrunken?
— Das glaub' ich ſelbſt, Meiſter Tizian. Denn ſonſt würde ich den Weg wohl ſelbſt erkennen und Euch nicht noch einmal zu fragen brauchen, wohin er führt?
— Wir fahren geraden Weges nach Pürglitz..
— Ich danke Euch, großer unſterblicher Tinto⸗ retto, ſtotterte der gähnende Ritter und ſchloß die Augen, denn er ſchien entſetzlich müde zu ſein. Am Ende, ſagte er ſtill bei ſich, glaubt der deutſche Ein⸗ faltspinſel, daß ich in ihm wirklich einen großen Meiſter der italieniſchen Malerſchule anſtaune. All' die Deutſchen ſind alberne Tröpfe, lallte er in ſich


