225
fähig war, durch manch' barſches Wort, das ich Euch anzuhören gab, hart und unverdient gekränkt haben mag. Vergebt es Eurem krank geweſenen Freunde.
— Von ganzem Herzen! betheuerte Girolamo Scottv.
— Heute wollen wir, ganz unter uns, bei einem Glaſe hundertjährigen Burgunders, das Feſt der Verſöhnung und gleichzeitig— freilich etwas ſpät!— die Taufe des jungen Cäſar feiern.
— Es lebe Don Cäſar! rief die ſtolzerfüllte Mutter.
— Er wachſe und gedeihe zum Ruhme ſeines erlauchten Vaters! ſagte Scottv.
— Er werde groß und ſtark wie Hereules! wünſchte Anſelm de Boodt.
— Und weiſe und tapfer wie Theſeus! ergänzte Johann von Aachen.
— Ich banke Euch, meine theuern Freunde, ſprach der Kaiſer tief gerührt und leerte das erſte Glas auf Cäſars Geſundheit. Seinem Beiſpiele folgten die vier Gäſte.
— Nun aber, meine Kinder, wollen wir luſtig wie die Götter und mein vielgeliebter Vetter Heinrich W. in Frankreich ſein, ſcherzen und ſingen, koſen und trinken ſo lange, bis jeder von uns, ſelbſt unſere 1856. V. Auf dem Hradſchin. M. 15


