Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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wähnt, dann wäre Vieles unterblieben, was Euch ſchwer betrübt, und Manches geſchehen, was mich vielleicht nicht weniger als Euch mit Recht be⸗ unruhigt. Doch verzeiht mir, Fräulein, wenn ich jetzt an's Fenſter eile, denn ſo eben naht der Zug, deſſen Ruhepunct vor meinem Hauſe ich um keinen Preis der Welt verſäumen möchte, ſagte die Gräfin, unge⸗ duldig auf den Balcon hinauseilend und Eva ſich ſelbſt und ihren Gedanken überlaſſend.

Während Eva wie mit zum Gebet gefalteten Händen ihr Haupt nachdenkend zur Erde niederſchlug und ſich dem Troſte eines ſtillen Gebetes hingab, hielt jetzt, dicht unter den Fenſtern der Gräfin, an den Stufen des mit grünem Laube geſchmückten Altares, das mit den böhmiſchen Landesfarben, mit weißer und rother Seide ausgeſchlagene Thronzelt des Erz⸗ biſchofs, der den Segen ausgießt auf die in ſtilles Gebet niedergeſunkene Schaar der Gläubigen, und wenig Schritte hinter ihm der glanzgeſchmückte Bal⸗ dachin, unter welchem Kaiſer Rudolph unbedeckten Hauptes, die brennende Kerze in der Hand, ſtehen blieb und einen ſcheu⸗ verſtohlenen Blick zum Balcone hinaufwarf, auf welchem die Gräfin ſtand, die ſeinen ſtummen Gruß ſelig⸗ſtill erwiderte.

Und als die Proceſſion ſich von Neuem unter 1856. V. Auf dem Hradſchin. II. 3