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— Der Kaiſer möge ſich hüten, jemals zu heirathen..
— Und weßhalb? fragte Magdalena, deren Neugier ſich verurtheilt ſah, dieß Geheimniß dem Eingeweihten gleichſam gliedweiſe zu entreißen.
— Weil jede Heirath ihm Gefahr brächte, ſprach Johann von Aachen, einen andern Pinſel ſuchend.
— Und welche Gefahr? fragte die Gräfin von Ungeduld gefoltert.
— Die Gefahr, daß einer der vom Kaiſer er⸗ zeugten Söhne.. merkt es wohl... nach des Vaters Leben trachten würde.
— Und Rudolph glaubt an jene Prophezeihung?
— Man ſagt's, ſprach der Maler, den neu hervorgeholten Pinſel prüfend.
— In dieſem Falle wäre die Sendung jenes parmeſaniſchen Abenteurers ganz und gar vergeblich.
— Mir ſcheint's!
— Meiſter! rief die Gräfin hoch erfreut, Ihr habt mir einen Alp von meinem Herzen wegg ewälzt.
— Das iſt mir lieb, ſchöne Gräfin. Habt nun die Huld, Euch zu erheben und meine Arbeit noch einmal Eures Kennerblickes zu würdigen, bat


