Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Um welche Heirath? fragte der Vertraute, der ſich die Miene gab, nichts von Allem zu wiſſen. Um jene zwiſchen Kaiſer Rudolph und des Großherzogs Tochter Maria von Medicis. Die paßt nicht für ihn

Sie iſt jung, ſie iſt ſchön! bemerkte die Gräfin nicht ohne Neid.

Ich glaube nicht, daß Kaiſer Rudolph jemals heirathen wird...

Und weßhalb glaubt Ihr dieß? fragte Mag⸗ dalena geſpannt auf des Malers Antwort.

Aus einem erſt vor Kurzem mir bekannt gewordenen Vorurtheil, ſagte der Maler, ſeinen Pinſel bald in dieſe, bald in jene Farbe tauchend.

Ich bitte Euch, mein Freund, erzählt.

Auf dem letzten Reichstage zu Regensburg hatte Kaiſer Rudolph die Bekanntſchaft des däniſchen Sternkundigen Tycho de Brahe gemacht...

Dieſe Thatſache iſt auch mir bekannt..

Etwas aber, was Euch, ſchöne Gräfin, bis jetzt noch unbekannt geblieben ſein mag, iſt das Horoskop, das jener ihm geſtellt, ſagte der Maler, ſeinen Pinſel auswiſchend.

Und worin beſtand dieſes Horoskop? fragte die Gräfin ungeduldig.