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— Um welche Heirath? fragte der Vertraute, der ſich die Miene gab, nichts von Allem zu wiſſen. — Um jene zwiſchen Kaiſer Rudolph und des Großherzogs Tochter Maria von Medicis. — Die paßt nicht für ihn
— Sie iſt jung, ſie iſt ſchön! bemerkte die Gräfin nicht ohne Neid.
— Ich glaube nicht, daß Kaiſer Rudolph jemals heirathen wird...
— Und weßhalb glaubt Ihr dieß? fragte Mag⸗ dalena geſpannt auf des Malers Antwort.
— Aus einem erſt vor Kurzem mir bekannt gewordenen Vorurtheil, ſagte der Maler, ſeinen Pinſel bald in dieſe, bald in jene Farbe tauchend.
— Ich bitte Euch, mein Freund, erzählt.
— Auf dem letzten Reichstage zu Regensburg hatte Kaiſer Rudolph die Bekanntſchaft des däniſchen Sternkundigen Tycho de Brahe gemacht...
— Dieſe Thatſache iſt auch mir bekannt..
— Etwas aber, was Euch, ſchöne Gräfin, bis jetzt noch unbekannt geblieben ſein mag, iſt das Horoskop, das jener ihm geſtellt, ſagte der Maler, ſeinen Pinſel auswiſchend.
— Und worin beſtand dieſes Horoskop? fragte die Gräfin ungeduldig.


