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— Aber bald auch wieder zum Ueberdruß! Jede aber, die ſeinen Sieg ihm zu erſchweren weiß..
— Iſt eigenſinnig, trotzig in ſeinen Augen, ſetzte die Gräfin hinzu. O ich kenne dieſes wetterwendi⸗ ſche Herz, ſprach ſie zu ſich ſelbſt und verſank von dieſem Augenblick in düſteres Schweigen.
Johann von Aachen wagte nicht, es zu unter⸗ brechen. Er malte weiter, ſchweigend abwartend, bis es der Gräfin gefallen würde, das plötzlich ab⸗ geriſſene Geſpräch von Neuem anzuknüpfen.
— Was haltet Ihr von jenem Scotto? fragte ſie nach ziemlich langer Pauſe.
— Ich halte ihn für einen Abenteurer; kühn und verſchmitzt, wie jeder dieſer Leute, ſcheint er bei Hofe irgend ein Ziel erreichen zu wollen. Es hieß, er ſei vom Großherzoge von Toskana mit einer geheimen Sendung betraut.
— Ich kenne die geheime Miſſion, ſagte die Gräfin ſchwer aufſeufzend. Dieſer Abenteurer ſoll, wie ich mir ſagen ließ, beauftragt ſein, eine gewiſſe Unterhandlung anzuknüpfen zwiſchen dem Hofe von Florenz und jenem zu Prag.
— Seid Ihr auch wirklich genau unterrichtet? fragte der Maler, dieß Geheimniß ſchlau erforſchend.
— Es handelt ſich um eine Heirath..
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