— Ihr ſeid ein Mann und kennt doch ſo we⸗ nig die Schwäche Eures Geſchlechtes! Was iſt räth⸗ ſel⸗ und launenhafter, was iſt flüchtiger und veränder⸗ licher als der Geſchmack eines dieſer ſogenannten Herren der Schöpfung. Heute vergöttern, mor gen vergeſſen ſie uns!
— Nicht Alle ſind ſo wankelmüthig in ihrer Neigung! Es giebt Männer, welche treu und beſtän dig ſind..
— O nennt mir Einen nur, bat die Gräfin.
— Ich nenne Euch nur den Kaiſer.
— Den Kaiſer? wiederholte Magdalena bitter lächelnd. So wäre es Eurem Scharfblick alſo wirklich entgangen, daß er jetzt für die Frau Girolamo Scotto's, Ritters von Brandeis, für die ſogenannte Gräfin Clelia Buoncompagni ſchwärmt?
— Dieß iſt nur eine augenblickliche Caprice, veruhigte ſie der Maler.
— Er hat viele ſolcher augenblicklichen Capri een! erwiderte die Gräfin mit gereizter Bitterkeit.
— Er iſt ein Verehrer des ſchönen Geſchlechts..
— O ſagt lieber des ſchwachen Geſchlechts! Jede, die ſich leichten Kaufes ihm hingiebt, iſt ihm willkommen.


