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de Lenclos, ewig jung, ewig ſchön, ewig anziehend und verführeriſch bleibt.
Aber auch vom geſchichtlichen Standpunecte be⸗ trachtet iſt dieſes kleine, ſchmucke, liebenswürdige Teplitz durchaus nicht unintereſſant.
Dieſer Badeort, ſchon zur Zeit Kaiſer Carls IV. berühmt, liegt im Leitmeritzer Kreiſe, zwölf Meilen von Böhmens Hauptſtadt, in einem durch das Erz⸗ und Mittelgebirge gebildeten Thale, das ſich 674 Fuß über den Meeresſpiegel erhebt. Einer alten Tradi⸗ tion nach ſollen ſeine heißen Heilquellen ſchon im Jahre 762 durch einen böhmiſchen Wlädyken Na⸗ mens Koluſtug, endeckt worden ſein. Die eigentliche Geſchichte Teplitzs beginnt erſt im Jahre 178 in welchem Königin Judith(Gemahlin Wladislaws IV.) am Fuße der Doubrawskä Hora, dem jetzigen Schloß⸗ berge, ein Benedictinerkloſter für Nonnen geſtiftet hatte. Hundert Jahre ſpäter von Kaiſer Rudolph I. vertrieben, flohen ſie nach Teplitz. Im fünfzehnten Jahrhundert war dieſe Stadt von Huſiten erobert und niedergebrannt. Bis gegen Ende des ſechszehnten Jahrhundertes blieb Teplitz im Beſitze der Herren von Wieſowie, die hier das erſte Schloß gegründet hatten. Durch Heirath kam Teplitz mit Schloß an die Kinskh.
Radiſiaw von Wohynie(Kinskh) der Gelehrte, legte die


