Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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in Iwan und vierzehn Tage in Pilſen geweſen. Hier hatte ſie auf ausdrucklichen und lebhaft wieder⸗ holten Wunſch Rudolphs ſich ganz wider ihren Willen endlich doch entſchließen müßen, einem Vertrauten Seiner Majeſtät, dem berühmten Künſtler Johann von Aachen, zu ſitzen, der ſie in Lebensgröße malen mußte für die Privatgalerie ſeines kaiſerlichen Herrn und Gebieters.

Nachdem dieß angefangen war, hatte ſich die Gräfin auf einem Umwege wohl abſichtlich, um nicht Prag zu berühren,(wohin der Kaiſer gleich nach ihrer Abreiſe zurückgekehrt war) zur Herſtellung ihrer angegriffenen Geſundheit wie es bei Hofe hieß nach Teplitz begeben.

Da Johann von Aachen mit dem Bilde in Pil⸗ ſen vielleicht ebenfalls abſichtlich nur halb fertig geworden war, ſo hatte er, um das Bild zu vollen⸗ den, auf Befehl des Kaiſers und auf Wunſch der Gräfin, Letztere auf ihrem Ausfluge nach Teplitz begleitet.

Und dort befand ſie ſich jetzt.

Bevor wir in der Entwickelung unſerer Erzäh⸗ lung fortfahren, geſtatte man uns, hier einen Augen⸗ blick anzuhalten, um der Phantaſie unſeres Leſers