eilf Kammerherren getragen und vom Könige und von allen in Prag anweſenden Fürſten, dem Mark⸗ grafen von Ansbach und von Anhalt, dem Landgra⸗ fen von Leuchtenberg und allen Hof⸗ und Militär⸗ chargen in die Metropolitankirche, in den Dom zu Sanct Veit begleitet und in der Gruft, welche Ru⸗ dolph für die Könige von Böhmen hatte einrichten laſſen, unter dem üblichen Ceremvniell beigeſetzt, wo ſie noch in einem prachtvollen zinnernen Sarkophage ruht.
Zwanzigſtes Capitel. Ein Brief aus Innsbruck.
Eva befand ſich noch in Raudnic. Ihr liebſter Troſt, ihre reinſte Freude, ihr höchſtes Glück ſuchte und fand ſie in der Tröſtung Anderer, in der Lin⸗ derung fremden Kummers, fremden Leides. Dafür aber ward ſie abgöttiſch geliebt. Ganz Raudnic verehrte in der Vorſteherin des Magdalenenſtiftes, das weit und breit Hilfe aller Art ausſpendete, die unermüdliche Wohlthäterin der Armen, die treue Pflegerin hilfloſer Kranken, einen Engel wahrer Näch⸗ ſtenliebe.


