Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Ihr ſprecht, wie Ihr's verſteht, entgegnete der Kaiſer, von Neuem in den Ton des Unwillens zurückfallend. Sollte ich meinem Feinde, der gerade durch ſeinen Reichthum mir gefährlich war, ſollte ich den Hochverräther, der freventlich nach meiner Krone und meinem Leben getrachtet, im Beſitze all' ſeiner Mittel laſſen, um ihm und ſeinem weitverzweigten Anhange freien Spielraum zu gönnen, mich mit Hilfe jener Mittel deſto leichter, deſto ſicherer zu ſtürzen? Jeder iſt ſich ſelbſt der Nächſte. Lobkowie hat ſeine Strafe zehnfach verdient, und er bleibt trotz allen Lärmens und aller Erbitterung, welche die Vertheidigung jenes namenloſen Wichtes in ganz Böh⸗ men hervorgerufen hat, mein Gefangener, ſo lange ich lebe! Das ſchwöre ich Euch bei meiner Krone!

Sein Vertheidiger iſt nicht dabei ſtehen ge⸗ blieben, dieſe mit Flammenzügen geſchriebene Schrift durch ganz Böhmen, Maͤhren, Oeſterreich und Un⸗ garn zu verbreiten, er hat, wie jetzt allgemein be⸗ kannt iſt, Eremplare davon an ſämmtliche Fürſten des deutſchen Reiches eingeſchickt mit der geharniſch⸗ ten Aufforderung, alle Mittel aufzubieten, um Ew. Majeſtät zu bewegen, jenes himmelſchreiende Unrecht dadurch gut zu machen, daß Ihr ihm ſeine Freiheit,