Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Die Vertheidigung, Majeſtät, ſtellt auch dieß in Abrede.

Aber wißt Ihr nicht, Gräfin, daß jeder Verbrecher, wie hoch oder niedrig er auch ſtehen mag, im hartnäckigſten Läugnen den einzigen Ausweg ſei⸗ ner Rettung ſucht? Es iſt erwieſen, daß der Undankbare in dem Angenblick, als ihn mein unbe⸗ grenztes Vertrauen an die Spitze jenes Landtags geſtellt, in Gegenwart vieler Mitglieder deſſelben frech genug erklärt hatte, er werde nun ſeine Maske ablegen und mir, dem Kaiſer, beweiſen, daß ich nicht das Kleinſte ohne Einwilligung der Stände beſchlie⸗ ßen darf. Es iſt erwieſen, daß der Landtag, durch ihn aufgehetzt, auseinanderging, ohne über das, was meine Räthe ihm zur Begutachtung vorgelegt hatten, ihre Meinung auszuſprechen. Es iſt fernerhin erwieſen, daß er, wie ſein Bruder Ladislaw, ſich in eine weitverzweigte Verſchwörung gegen meinen Thron, ja ſogar gegen mein Leben eingelaſſen; es iſt er⸗ wieſen, daß er an verſchiedenen Orten bewaffnete Leute mit dem Befehle aufgeſtellt, mich, wenn ich nach Brandeis auf die Jagd reiten würde, feſtzu⸗ nehmen und ſich ſelbſt zum Könige von Böhmen

aufzuwerfen.. Sein Vertheidiger erklärt dieß Alles für ein