Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Lügen und ſchnöden Anklagen gegen Uns hat jenen Flenden zurückgehalten, mit ſeinem wahren Namen hervorzutreten.

Auch ich, gnädigſter Herr, kann und mag es nicht billigen, daß er ſich in den Mantel undurch⸗ dringlicher Falſchnamigkeit gehüllt, um Euch unge⸗ ſtraft vor den Richterſtuhl der Offentlichkeit zu ziehen. Ich gebe zu, daß Furcht vor der Größe Eurer Macht ihn davon zurückgehalten hat, mit geöffnetem Viſire in die Schranken ſeines Rechtes zu treten und allein mit dem Stärkern ſich in einen offenen und ehrlichen Kampf einzulaſſen; ich in ſeiner Stelle würde den Muth gehabt haben, mich ungeſcheut zu nennen und meine Anklage zu vertreten; in der Sache ſelbſt ſcheint das Recht doch weit mehr auf ſeiner Seite als der Eurigen zu ſtehen.

Dieß iſt ein Irrthum, den Ihr leider mit ſo vielen Anhängern des Verräthers theilt. Es iſt durch deſſen eigenes Zugeſtändniß erwieſen, daß er ſich an der Abfaſſung der von ſeinem Bruder dem Landtage von 1594 vorgelegten Beſchwerdeſchrift betheiligt und mich darin dem Volke gegenüber, deſſen Partei er ergriffen, als einen Wortbrüchigen hinge⸗ ſtellt hat, der keine von allen Freiheiten, die ich den undankbaren Böhmen verbrieft, gewährt haben ſoll.