15
albernes Märchen, von ſeinen neiderfüllten Gegnern, zuvörderſt aber vom damaligen Vicekanzler Curtius ausgeſprengt, um den Verläumdeten aus der Gunſt Ew. Majeſtät zu verdrängen um jeden Preis! Die Vertheidigung beweiſt, daß Lobkowic, nachdem jene lächerlichen Gerüchte zu ſeiner Kenntniß gelangt ſeien, ſich an Ew. Majeſtät gewendet habe mit der heilig⸗ ſten Betheuerung, daß dieß Alles, was ſeine im Fin⸗ ſtern umherſchleichenden Feinde gegen ihn ausgeſprengt, Lüge und Verläumdung ſei, mit der dringenden Bitte, ihm ſeine Feinde gegenüberzuſtellen, ſie zur Rechen⸗ ſchaft und zur Beſtrafung ſeiner verläumdeten Ehre zu ziehen.
— Das iſt allerdings wahr, geſtand Rudolph.
— Doch warum iſt das, was er mit vollem Rechte verlangen durfte, nicht geſchehen?
— Weil ich jenen Gerüchten Anfangs ſelbſt nur wenig Glauben geſchenkt und ſpäter erſt, als es den vereinten Bemühungen Claudio Aquaviva's und meinem für mich zu früh dahingeſchiedenen Kanz⸗ ler Jacob Curtius gelungen war, mir ſelbſt ſchlagende Beweiſe ſeines Verraths zu verſchaffen, ließ ich ihm den Befehl zugehen, am 25. März vor den oberſten Räthen meiner Krone und meinem Procurator Hein⸗ rich Dominäkek von Pisnic zu erſcheinen, um ſich—


