Unterthanen erhört habe,— außer aller Gefahr und auf dem Wege der Beſſerung.
Jetzt ward auch Maria Magdalena wieder vorgelaſſen. Rudolph empfing ſie mit der Frage:
— Nun, Gräfin, was ſagt denn Ihr zu dieſem Schurken?
— Zu welchem Schurken? fragte die Gräfin, durch dieſe bruske Frage weniger erſchreckt als über⸗ raſcht.
— Zu wem anders, als jenem elenden Ver⸗ läumder, der ſich auf dem Pasquill, das er in Hun⸗ derttauſenden von Exemplaren gegen mich ausgeſtreut, feig genug Philaretes Codomanus nennt! Habt auch Ihr das Ding geleſen?
— Gnädigſter Herr, wer hat es nicht geleſen?
— Und was haltet Ihr davon?
— Ich denke, was halb Prag davon denkt!
— Und was denkt halb Prag davon? fragte Rudolph mit zürnender Miene.
— Die Schrift iſt bitter, aber leider nicht durchaus unwahr!
— So denkt nur Gräfin Maria Magdalena, welche eine Freundin der Tochter des Verräthers iſt.
— Majeſtät, geſtand die Gräfin mit edler Frei⸗ müthigkeit, ich bin ſtolz auf Eva's Freundſchaft!


