Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Niemanden, ja nicht einmal für die Gräfin Magdalena, zu ſprechen war.

So oft ſie kam, ward ſie von Mardochäus de Delle oder Martin Rutzke abgewieſen.

Zuerſt hieß es: der Kaiſer befinde ſich auf der Jagd bei Beraun; dann hieß es: er habe ſich auf der Jagd erkältet, ſei unwohl zuruͤckgekehrt, müſſe auf Anordnung ſeines Leibarztes, des Doctors Gott⸗ fried Steegius*), das Bett hüten und dürfe, ohne Ausnahme, Keinen empfangen.

Aus dieſem Grunde hatte ſich in der Hauptſtadt das Geruͤcht verbreitet, Seine kaiſerliche Majeſtät ſei wahrſcheinlich in Folge des großen Aergers, den ihm jene Schrift bereitet, ſchwer erkrankt.

Darüber vergaßen ſie ihren Zorn, dem ſie ſich

*) Nach dem Tode Chriſtoph Guarinonius war Gottfried Steegius(geboren 1546 zu Amersfort), vorher Leibarzt des Biſchofs Julius von Würzburg, nach Prag berufen worden. Er war einer der Erſten, der über die Wir⸗ kung der Kiſſinger Heilquellen geſchrieben und als Menſch wie als Arzt beim Kaiſer ſo beliebt, daß die⸗

ſer erſt unlängſt einem ſeiner Künſtler, Gilles Sadeler,

den ertheilt hatte, das Bildniß des Dr. Stee⸗

der bereits ſechszig Jahre zählte, in Kupfer zu echen.