Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Der Inhalt erregte nicht blos in Prag, ſondern auch in ganz Böhmen ſo ungeheures Aufſehen und gleichzeitig ſo große Erbitterung, daß Viele, welche über die gereizte Stimmung des Volkes gut unter⸗ richtet zu ſein ſchienen, einen Aufſtand befürchteten.

Gleich nach dem Ruchbarwerden dieſer mit Flamme und Schwert geſchriebenen Vertheidigung, die zugleich eine der himmelſchreiendſten Anklagen gegen den Kaiſer enthielt, wurden auf deſſen Befehl alle Wachpoſten auf dem Hradſchin zwei⸗, und je näher ſie den Zimmern Rudolphs aufgeſtellt waren, dreifach verſtärkt.

Gleichzeitig ward von oben herab den Magi⸗ ſtraten der drei Städte Prag aufgegeben, eifrig Sorge zu tragen, daß der wahre Name des Ver⸗ faſſers ermittelt und er ſelbſt dem Arme der Gerech⸗ tigkeit überliefert werde.

In den erſten acht Tagen war der Kaiſer über den Inhalt dieſes Pasquills dergeſtalt aufgebracht, daß er ſich in ſeine Zimmer einſchloß und für

Apologia pro Georgio Popelio barone de Lobkowie,

regni Bohemiae quondam supremo aulae praefecto,

Postea ab imperatore Rudolpho II., Hungariae et Bo-

hemiae rege, per XII annos contra jus fasque car- cere adtento, Picaeopoli 1606. 8.