Teil eines Werkes 
3. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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die jeder Hiobspoſt ſolcher Art mächtige Flügel leiht, von Straße zu Straße, von Dorf zu Dorf bis nach Raudnitz fortgepflanzt und überall herzinnige Theil⸗ nahme erregt und aufrichtige Trauer verbreitet; denn der Name deſſen, welchen die Geißel dahin gerafft haben ſollte, hatte in ganz Böhmen einen ſo guten Klang, daß es nicht Einen gab, der die unglückliche, ſchwer geprüfte Tochter dieſes Todten nicht aus voller Seele, aus ganzem Herzen bedauert hätte.

Die Schreckenskunde war ihr nicht lange ver⸗ ſchwiegen geblieben. Aus der Kirche heimkehrend, ſah ſie ein altes Weib, dem ſie wie jedem Armen, der ihr unterweges begegnet war, ein Almoſen gereicht; denn mit tauſend Freuden theilte Eva ihre kleine Habe mit der Noth ihrer Nebenmenſchen.

Gott vergelt's Euch und Eurem Vater im Himmel! hatte die Bettlerin geſagt.

Warum ſagt Ihr im Himmel? Mein herz⸗ geliebter Vater lebt ja noch!

So iſt's alſo nicht wahr, was die böſen Menſchen ſich unten in der Schenke erzählen?

Sprecht, was habt Ihr dort gehört?

Euer Vater, ſagten ſie, iſt an der Peſt ge⸗ ſtorben!

Heilige Mutter Gottes! ſchrie Eva und ſank,