218
— Gott iſt gerecht! Doch Euer edler Freund, Meiſter Colin? fragte Eva.
Jobſt von Brüſſel ſchwieg von Neuem!
— Sprecht, ſprecht, Euer Schweigen und die
Ungewißheit, in die es mich verſetzt, foltert mich mehr
als die traurigſte Gewißheit. Faßet Muth wie Eva, erzählt ihr Alles, verſchweigt ihr nicht das Kleinſte denn ich muß Ades, Alles wiſſen!
— Als Jeſuiten verkleidet begaben wir uns in den Kerker Eures Vaters, unter dem liſtigen Vor⸗ wande, ſeine Beichte zu vernehmen und ihm das Abendmahl zu reichen. Wir frohlockten, als wir die gewagte Liſt ohne den leiſeſten Verdacht gelingen ſa⸗ hen und ohne die kleinſte Schwierigkeit Zutritt zu der Zelle des Oberſthofmeiſters erhielten. Colin und ich hatten den Plan verabredet, den Gefangenen aus ſeinem Kerker zu befreien dadurch, daß wie Euren Vater bewegen wollten, in Aleranders Kutte zu ent⸗
ſchlüpfen. Er ſelber hatte darauf en als
Geißel zurückbleiben zu wollen.
— O welche Aufopferung! ſtůhnte Eva von Lobkowie.
Beherzt und des Gelingens unſeres Sieges ge⸗ wiß, betraten wir das Gefängniß Eures Vaters. An
ſeiner Stelle fanden wir einen Andern.— Wer ſeid


