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Ihr? fragte Alexander Colin.— Der Fremde richtete ſich mit ſataniſchem Stolze empor und entgegnete mit boshafter Schadenfreude:„Ich bin Girolamo Scotto, Ritter von Brandeis. Wer aber ſeid Ihr, mein frommer Vater?“ fragte er meinen tief beſtürzten Landsmann.—„Ich bin der Pater Gualbertus Weiß!“ wagte dieſer zu erwidern.— „Ihr ſeid ein Betrüger!“ ſchrie Scotto.„Ich kenne Euch und dieſe da, fuhr er fort, triumphirend auf uns hinzeigend. Ihr ſeid Alerander Colin aus Me⸗ cheln, ein liſtiger Betrüger, durch Vorzeigung einer falſchen vom Erzbiſchofe ausgeſtellten Erlanbniß ein⸗ gedrungen in den Kerker des Hochverräthers Georg Popel von Lobkowic, um ihn daraus in der Verklei⸗ dung eines Jeſuiten zu entführen.“— Es ſank uns Allen der Muth. Wir fühlten, daß wir verrathen waren.„Ich weiß Alles!“ ſagte der Elende.„Eure teufliſche Liſt iſt entdeckt. Seine Majeſtät, unſer allergnädigſter Kaiſer und Herr, hatte allerhuldreichſt geruht, ſeinem treueſten Diener, mir, Girvlamo Scotto Ritter von Brandeis— wiederholte er mit lächerli⸗ chem Stolze— den allerhöchſt eigenhändig ausgefertig⸗ ten Befehl zu ertheilen, den Staatsgefangenen, den Ihr zu befreien kommt, ſofort nach einer andern Veſte (nach welcher ſollt Ihr nie erfahren) abführen und


