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— Und mein Vater? fragte ſie gefaßt.
— Iſt— weh mir, daß ich Euch dieſes ſagen muß!— verſchwunden.
— Verſchwunden! wiederholte Eva, ihre Faſſung verlierend.
— Man hat ihn von Elbogen hinweggeführt...
— Großer Gott, wohin?
— Dieß iſt bis jetzt ein Geheimniß, unerklär⸗ lich, unerforſchlich wie ſo vieles Andere, was ſeit Kurzem an dieſem Hofe ſich ereignet...
— Man wird ihn heimlich getödtet haben! rief Eva angſterfüllt.
— O glaubt dieß nicht, Fräulein! Ich ſchwöre Euch, Euer Vater lebt! ſagte Jobſt, um ſie zu be⸗ ruhigen.
— Und was berechtigt Euch zu dieſem Schwure?
— Die Stimme meines Herzens und mein noch immer unerſchütterlicher Glaube an die Gerechtigkeit des Kaiſers!
— O redet nicht von Ihm! Ihr baut auf
Sand, mein Freund!
— Nein, Fräulein, ich baue auf Gott! Und mein Vertrauen zu Gott ſagt mir: er, der Richter aller Richter, werde nicht zugeben, daß Euer Vater ungehört verurtheilt werden darf.


