Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Und mein Vater? fragte ſie gefaßt.

Iſt weh mir, daß ich Euch dieſes ſagen muß! verſchwunden.

Verſchwunden! wiederholte Eva, ihre Faſſung verlierend.

Man hat ihn von Elbogen hinweggeführt...

Großer Gott, wohin?

Dieß iſt bis jetzt ein Geheimniß, unerklär⸗ lich, unerforſchlich wie ſo vieles Andere, was ſeit Kurzem an dieſem Hofe ſich ereignet...

Man wird ihn heimlich getödtet haben! rief Eva angſterfüllt.

O glaubt dieß nicht, Fräulein! Ich ſchwöre Euch, Euer Vater lebt! ſagte Jobſt, um ſie zu be⸗ ruhigen.

Und was berechtigt Euch zu dieſem Schwure?

Die Stimme meines Herzens und mein noch immer unerſchütterlicher Glaube an die Gerechtigkeit des Kaiſers!

O redet nicht von Ihm! Ihr baut auf

Sand, mein Freund!

Nein, Fräulein, ich baue auf Gott! Und mein Vertrauen zu Gott ſagt mir: er, der Richter aller Richter, werde nicht zugeben, daß Euer Vater ungehört verurtheilt werden darf.