Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Colin reichte dem Säufer friſchen Wein. Nehmt, Gevatter Schwamm, und ſtärkt Euch! Dieſer Trank iſt nicht zu verachten! erklärte der Schuſter und leerte in zwei Zügen die vierte Flaſche bis zur Häffte.

Und unterdeſſen war es Mittag geworden.

Der Wagen hatte kaum ein Vierzehntheil We⸗ ges zurückgelegt, als der Reiter und ſein Roß, ſtaubbedeckt und ſchweistriefend, ſchon am Ende ihres Zieles angelangt waren.

Der Mann ſprang vom Pferde, deſſen prächti⸗ gen Zügel er einem der vielen vor dem Schloſſe faulenzend auf⸗ und abgehenden Trabanten zuwarf, dann wandte er ſich an einen dicht daneben ſtehen⸗ den Hoflakaien mit der Frage: Iſt der Kaiſer noch in Brandeis

Ja, lautete die träge, einſilbige Antwort.

Ich muß Seine Majeſtät angenblicklich ſprechen..

Das geht nicht, erwiderte der Lakai. Der Kaiſer hat befohlen Keinen vorzulaſſen, weil er hier allein und durchaus ungeſtört ſein will.

Ich aber muß ihn ſprechen, denn es iſt Gefahr im Verzuge.