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herzte und küßte ſie immer wieder auf's Neue und wurde nicht müde, barüber nachzuſinnen, nachzugrü⸗ beln, auf welche ihm unerklärliche, räthſelhafte, ja faſt wunderbare Weiſe dieſes ſchöne, kluge, treuher⸗ zige Thier in den enggezogenen Kreis ſeines trauri⸗ gen Daſeins eingedrungen ſei.
So waren raſch einige Stunden vergangen. Wie ein Kind hatte er bald mit der Taube, bald mit dem Ringe geſpielt, bald ihn, bald ſie gekuͤßt und zum erſten Male ſeit ſeiner für ihn ſchon ſo undenklich langen Zeit ſeiner Einzelhaft keinen einzigen Augen⸗ blick der Langeweile verſpürt.
Die arme Kleine aber ſchien von Hunger gequält zu werden, denn ſie ſuchte mit dem ſpitzen Roſen⸗ ſchnabel umher, um irgend etwas aufzupicken, womit ſie ihre Eßluſt ſtillen konnte.
Der arme Gefangene war darüber untröſtlich, denn er wußte nicht, wie ſpät es ſei und wie lange er noch zu warten habe, bis dahin, wo der unſicht⸗ bare Kerkermeiſter ihm ſeine tägliche Atzung durch den Thüreinſchnitt hinein zu ſchieben angewieſen war.
Unterdeſſen aber war es Mittag geworden.
In dem Augenblick, als er die hungernde Taube von Neuem gehaſcht hatte, um ſie gleichſam zu tröſten


