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Zelle zur andern. Der Oberſthofmeiſter verſuchte, ſie zu haſchen. Sie aber wollte ſich nicht fangen laſſen, denn ſie liebte ihre Freiheit eben ſo gut wie er ſelbſt und ſchien allmälig ſcheu und ängſtlich zu werden in dieſem lebendigen Grabe“. Endlich ließ ſie ermattet die Flägel ſinken und ſetzte ſich auf die Lehne ſeines Lagers nieder. Und dort endlich fing er ſie.
Aber wie groß war jetzt ſein Erſtaunen, als er gewahrte, daß am Halſe derſelben ein grünes Sei⸗ denbändchen und an dieſem ein goldener Reif hing in Form einer antiken Schlange, aus deren Augen⸗ höhlen ihm zwei kleine Diamanten entgegen leuch⸗ teten.
— Gott im Himmel, fragte er ſich, wer hat mir dieſe Tanbe, wer hat mir dieſen Ring geſchickt? Soll ich glauben, daß ſie ſich nur durch Zufall— ich weiß noch immer nicht, wie?— in meine ein⸗ ſame Zelle verirrt, oder daß ſie irgend Jemand, der an meinem Schickſale, vielleicht gar an meiner Be⸗ freiung, Theil nimmt, ſie mir als Boten des Tro⸗ ſtes, als Vorläufer glücklicherer Zeiten, geſandt hat?
— Wie erkläre ich mir Dein Kommen? fragte der Gefangene ſeine Gefangene, ſie küſſend an ſei⸗ nen Mund, ſie liebkoſend an ſein Herz preſſend. O


