Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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ihm am Altare gelobt, und die ſie trotz ihrer un⸗ ausſprechlichen Liebe zu Dir, nicht gebrochen hat. O Freund, ich weiß Alles, Alles!

Schweigen wir davon, Meiſter Colin, bat der Edelſleinſchleifer Jobſt und zerdrückte in ſeinem treuen Auge eine Thräne herzzerreißender Wehmuth. Aber auch Du, Alerander, fuhr er nach einer kurzen Panſe fort, biſt nicht glücklich. Auch Dich drückt ein ſchwerer Kummer.

Wie, Jobſt, fragte der Bildhauer tief er⸗ ſchreckt, Du ahnſt?

Mehr noch, ich weiß, daß Du liebſt.

Und weißt Du auch wen? fragte Colin mit zitternder Stimme.

Soll ich Dir ihren Namen nennen?

Nein, nein, ſchweige um Gotteswillen

Ich bin Dein Landsmann, Dein Freund, Ale⸗ rander, und werde ſchweigen, wie das Grab. Ich bin unglücklich, Du aber biſt es zehnfach mehr. Ich bin doch wenigſtens frei, Dich aber feſſeln alte hei⸗ lige Bande. Du haſt daheim ein liebes, braves und wie ich aus Deinem eigenen Munde weiß, ein noch immer ſchmuckes Weib...

Zwanzig Jahre lang liebte ich ſie tren und innig mit allen Kräften meiner dankerfüllten Seele.