Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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hammel unſer bewußter Nachbar, dieſer blutdürſtige Wolf im zahmen Schafspelze iſt.

Der kaiſerliche Herr ſollte dieſen Wolf, der ſeine Heerde zerreißt und ihm das Vertrauen und die Liebe ſeines Volkes entzieht, lieber heut' als morgen fortjagen, dann würden die aufgeregten Ge⸗ müther der Böhmen ſich wieder beruhigen; dann würde das Volk ſeinen geſalbten Herrn und Gebie⸗ ter wieder liebgewinnen und ihm von Neuem zuge⸗ than ſein mit Leib und Seele, wie es früher war, ſo lange der milde und gerechte Sohn des zweiten Marimilians noch mit eigenen Augen ſah und nicht ſo blindlings, wie jetzt, den blutdürſtigen Rathſchlä⸗ gen dieſes böhmiſchen Olivier le Diable Folge zu leiſten gewohnt war. Siehſt Du, Freund, nur darum gefällt's mir an dieſem finſtern, mürriſchen, freudelee⸗ ren Hofe nicht mehr; nur darum ſehnt ſich mein Herz, mein armes, langſam verblutendes, ſchwer geprüftes Herz wieder nach der fernen, trauten Hei⸗ math, zu den freien, frohen Männern von Brabant, zu den ſchönen, tugendſamen Mädchen und Frauen von Flandern hin.

Du ließeſt dort Deine Ingendliebe zurück in den Armen eines Andern, der Deine arme Mar⸗ garethe lieblos mißhandelt für die Treue, die ſie

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