Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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aber wagt es ſo laut auszuſprechen als Du.

Es thut mir weh, herzlich weh, wenn ich ſehe und höre, wie Kaiſer Rudolph, der doch immer nur das Beſte ſeiner Unterthanen will, durch die böſen Einflüſterungen jenes herzloſen Rathgebers von Tag zu Tage unbeliebter wird bei ſeinem Volke, das ihn früher mit vollem Rechte ſo ſehr vergöttert hat. Leider giebt es keinen einzigen Menſchen in der gan⸗ zen Burg, der den Muth beſitzt, den Kaiſer zu war⸗ nen vor den unheilbringenden Rathſchlägen dieſes Mannes, der um ſich ſelbſt unentbehrlich zu machen, die treueſten Diener der Krone verdächtigt, und bei Hofe verhaßt macht.

Auf dem erſt unlängſt geſchloſſenen Reichs⸗ tage zu Regensburg, auf welchem der Kaiſer neue Kriegsvölter gegen die heidniſchen Türken, die, wie die Beſtien, das ſchöne Ungarland zerfleiſchen, ver⸗ langt hat, ſind harte Worte gefallen gegen den Kanz⸗ ler, deſſen ganzes Streben dahin geht, aus dem zwei⸗ ten Rudolph einen eilften Ludwig zu machen. Dieß empörte vor allen Andern den guten, ehrlichen, men⸗ ſchenfreundlichen Obriſtlandhofmeiſter und Geheimen Rath Georg Popel von Lobkowic, der auf dem Reichs⸗ tage zuerſt das Wort ergriff und gegen die krebs⸗ artig um ſich greifende Partei ſprach, deren Leit⸗