Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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keit eines griesgrämigen Sonderlings, der nie erlau⸗ ben wollte, daß irgend ein weibliches Weſen die Schwelle ſeiner Zimmer übertrete Gene ſeiner Frau lagen auf dem entgegengeſetzten Flügel und bildeten gegen die Aermlichkeit der ſeinigen einen ſchneidenden Gegenſatz) auffallend zur Schau trug. In dieſer Kammer befand ſich ſeine ſogenannte Bibliothek, die, außer ſeinem Anacreon, der in pro⸗ ſaiſches Schweinsleder gebunden, den ganzen Tag auf ſeinem Arbeitstiſche und Nachts unter ſeinem Kopfkiſſen lag, aus dreizehn verſchiedenen Ueberſez⸗ zungen und Ausgaben der Nachfolge Chriſti und ei⸗ nigen dreißig uralten hochnothpeinlichen Scharteken beſtand, auf welchen fingerdicker Staub lag, die Ecke, in der ſein ärmliches Nachtlager ſtand, das er ſich ſelber herzurichten gewöhnt, war der Schlupfwinkel mancher Spinne, die ſich hier ungeſtört ihr Netz ge⸗ ſponnen hatte.

Unfern dem Curtius'ſchen Hauſe befand ſich der weite Hof, ein ſtattliches Beſitzthum der reichen und mächtigen Treka von Lipa, von welchen Einer

dieſes Geſchlechts, Graf Adam, in ſpäterer Zeit, wäh⸗ rend der Greuel des dreißigjährigen Krieges, unter Waldſtein eine Rolle geſpielt, aus welcher Schillet

ſeinenTerzky gemacht.