Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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nicht vom Mainzer Patrizier Johannes Guttenberg, ſondern von einem Slawen aus Kuttenberg erfunden. Er behauptete, wie Anaxagoras, daß der Schnee ſchwarz und die Dinte natürlich gleichfalls Erfindung eines Slawen weiß ſei.

Dieß Alles wagte er mit ſo großem Ernſte und mit ſo unbeugſamer Conſequenz zu vertheibigen, daß Niemand daran zu zweifeln ſich erkühnte, aus Furcht, durch Widerſpruch, den er durchaus nicht ertragen konnte, ſich den Zorn dieſerernſten Beſtie, wie ihn einſt Georg Popel von Lobkowic genannt hatte, zuzu⸗ ziehen. Dieſe Bezeichnung war allerdings etwas hart, aber ſicher nicht ganz unverdient, wenn man erwägt, daß der Vice⸗Kanzler ſelbſt mehr als einmal erklärt haben ſoll, das Lachen die einzige Tugend des Narren, wie er ſie zu nennen geruht bloß vom Hörenſagen zu kennen und auch die Wohlthat der Thräne nur einmal in ſeinem ſelbſtſüchtigen Leben empfunden zu haben, an jenem Tage, an welchem eine ſeiner Lieblingskatzen ſie hatte auf den Na⸗ men Wlaſta gehört von dem heimtückiſchen Hunde Georg Popels von Lobkowie todtgebiſſen worden war. Seit dem haßte er dieſen gottloſen. Mann.

Hinter dem Arbeitszimmer des Kanzlers lag deſſen Schlafkammer, die alle Spuren der Unreinlich⸗