Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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waähnte, gab ihr taglich neue Beweiſe eines unbe⸗ grenzten Wohlwollens. Er ſchmuͤckte ihre Schulter mit Shawls, ihren Hals mit Perlen, ihr Haar mit Juwelen, um die der ganze Hof ſie beneidete.

Eines Abends, als er fruher, wie gewoͤhnlich, ſie beſuchte, fand er ſie in Thraͤnen.

— Sie weinen, Giuſeppa? fragte der Kaiſer tief bewegt. Darf der treueſte Ihrer Freunde wiſ⸗ ſen, welche Wolke die Sonne Ihres Gluͤckes truͤbt?

— Sire, ſprach Signora Graſſini, die ſich ſchnell geſammelt, ich las vorhin ein Buch der Frau von Genlis, die Lebensgeſchichte des Fraͤuleins de La Valliere. Sire, was halten Sie von dieſem Ludwig, der, trotz aller Schwuͤre ſeiner ewigen Liebe, dieſen Engel verließ, um in die Arme einer Monteſpan zu eilen?

— Der große Ludwig war nicht wuͤrdig ſol⸗ cher Liebe. Ein Egoiſt, wie er, kann keinen An⸗ dern lieben, als ſich ſelbſt..

— Und Louiſe de La Valliere?

— Sie war die Krone ſeiner Krone..