Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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Grund anzugeben gewußt, in ihrem Herzen tiefe Wurzel gefaßt hatte. Ein Kuß von ſeinem Munde — eine Gunſt, fuͤr die manche Dame ihr Leben, ihre Tugend, ihre Ehre hingeopfert häͤtte— machte ihr Blut erſtarren. Wohl war ſie klug genug, das wahre Gefuͤhl ihres Herzens zu verbergen. Ihre Eitelkeit ſagte ihr, daß ſie dem Kaiſer, der ſie mit Glanz und Ehre umgeben, Dankbarkeit ſchuldig ſei. Uund deshalb bekaͤmpfte ſie ihre Abneigung, ihren Widerwillen und heuchelte dem Kaiſer ein Gefuhl, das ihrem Herzen fremd war. Mit Freuden hatte ſie ihn aufrichtig, innig geliebt, doch wie ſehr ſie ſich auch bemuͤhte, ihr Herz zu uͤberreden, dieſe Abneigung zu uͤberwinden, ſie vermochte es nicht; der Widerwille, fruchtlos bekämpſft, artet zuletzt in Eckel aus. Bei der leiſeſten Beruͤhrung ergriff ſie ein kalter Schauer: ſie mußte die ganze Kraft ihres Geiſtes anſtrengen, um dies Gefuhl zuruͤckzudraͤngen. Nur ein Frauenherz kann em⸗ pfinden, welche Qual es iſt, einem Manne, der Widerwillen einfloßt, Liebe heucheln zu muͤſſen! Der Kaiſer, der ſich aufrichtig von ihr geliebt