Zehntes Capitel.
Ein Feſt im Hotel de Ville. 243.)
Das Herz der Koͤnige ſcheint von anderm Teig geknetet zu ſein, als das unſerige. Stirbt uns eine Frau, die uns geliebt dann blutet unſer Herz; wir ſtehen weinend an ihrem Grabe und ſind untroͤſtlich. Aber die Herren Koͤnige find weit vernunftiger; ſie halten es unter ihrer Wuͤrde den Tod einer Geliebten zu betrauern: ſie denken, es giebt der Frauen ſo viele.
Die Herzogin von Chateaurvur war laͤngſt vergeſſen. Ludwig ſehnte ſich nach einem neuen Gegenſtand. Sein Kammerdiener Binet fuͤhrte ihm jede Nacht eine andere Schoͤne— heute eine Graͤfin aus dem Faubourg St. Germain— mor⸗ gen ein Buͤrgermaͤdchen aus der Rue St. Denis— und uͤbermorgen eine Bauerdirne zu. Genau inſtruirt, benutzten ſie des Konigs ſchwache Seiten,


