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geſchloſſen, wählle ſie jetzt neue Guͤnſtlinge aus dem Kreiſe ihrer Dienerſchaft. Hier kam die Reihe an ihren Stallmeiſter Aubiac, den ſie, auf einer Untreue ertappend, in Aigueperſe aufhaͤngen ließ! Von Tag zu Tag ſank ſie tiefer in den Pfuhl der Schande und lebte erſt mit ihrem Koch, dann mit ihren Lakayen.
Bei aller dieſer ſchamloſen Unzucht, bei all' dieſer zugelloſen Frechheit ſpielte Margarethe die Rolle einer frommen, gottesfurchtigen Chriſtin. Täglich ließ ſie Meſſen und Vespern leſen. Mit geſchminkten Wangen und geſchminktem Herzen beſuchte ſie taͤglich die Kirche. Hier lernte ſie einen jungen Chorknaben kennen. Er hieß Po⸗ mini, und war der Sohn eines Keſſelflickers. Seine ſchoͤne Stimme, aber mehr noch ſeine friſche, ro⸗ ſige Jugend, gefielen ihr ſo ſehr, daß ſie ihn zu ihrem erſten Muſikus ernannte. Aus der Capelle kam er ins Vorgemach, aus dem Vorgemach in das Cabinet und ſtieg hier von Stufe zu Stufe. Von allen ihren Guͤnſtlingen hatte ſie dieſen am liebſten. Sie beſang ſeine Schonheit, ſeine Reize


