Teil eines Werkes 
1. Band (1845)
Entstehung
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geſehen. Beide ſehnten ſich nach dem Augenblick, wo ihnen nach ſo langer, langer Zeit, wieder ver⸗ goͤnnt ſein wuͤrde, ſich, liebetrunken in den Ar⸗ men liegend, ihre Herzen gegenſeitig auszuſchutten und ſich zu entſchaͤdigen fuͤr das, was ſie ſo lang entbehren mußten.

Eines Tages, als ſie wußte, daß der Koͤnig auf die Jagd zu reiten und erſt am andern Mor⸗ gen heimzukehren beſchloſſen, ließ ſie durch Ar⸗ fure, ihre Vertraute, den Herzog zu ſich einladen. Wonnetrunken eilt er in die Arme der Geliebten.

— Roger, mein theurer Roger, rief Gabrielle, als der Herzog ſich zu ihren Fuͤßen warf.

— Gabrielle, heißgeliebte Gabrielle, rief der Herzog, als Gabrielle ihn in ihre Arme ſchloß.

— Weißt Du, Roger, wie lange wir uns nicht geſehen? Ein ganzes langes Jahr.

— Ein Jahrhundert willſt Du ſagen. Ach, Theure, wuͤßteſt Du, was ich ſeitdem gelitten, gelitten Deinetwegen, Du wurdeſt Mitleid mit mir haben und meinem kranken Herzen den Balſam Deiner Liebe ſchenken. O welche Qual,