Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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trud traten ein, und fuͤhrten ſich an der Hand, und.

ich wußte nun, wem das Feſt galt. Morgen ſollte Hochzeit ſeyn, und die Brautleute waren Richard und Gertrud.Ein ſchönes Paar, ſagte ich zu meinem Freunde, als ſie weg waren.Ja, gab der zur Ant⸗ wort;und ein chriſtliches Brautpaar; den Himmel im Herzen treten die ein in die heilige Ehe; da muß ihr Vorhaben gelingen!

Das Feſt begann; ein ſtattlicher Mann in Jäger⸗ tracht, es war der Förſter Werner, führte die Braut; eine ſchöne Jungfrau, des Werners Verlobte, die Toch⸗ ter des Zeugförſters von der Eilau, führte den Bräu⸗ tigam. Was mein Freund zu dem Paare ſprach, das verſtand ich Alles, und die Thränen traten mir in die Augen; es war ihr Lebensſchickſal im Lichte des Glau⸗ bens betrachtet, es ging auf das Eine hinaus:Wir rühmen uns der Trübſal, weil wir wiſſen, daß Trüb⸗ ſal Geduld bringet.

Als die Trauung vollbracht war, und der ſtatt⸗ liche Zug in's Herrnhaus Frichtehrie da lernte ich ſie Alle kennen, die Langenfelder, von denen ich bereits geſchrieben. Herr Lorenz Eichmann führte ſeinen alten Vater, der gebrechlich geworden war, an dem einen Arm, und der Golſer an dem andern, und auf den Mienen Aller war die herzlichſte Freude und die tiefſte Rührung zu leſen. Mit dem Golſer ſprach ich nach⸗ her lange; ich verſchwieg es ihm nicht, daß ich Vieles aus ſeinem Leben wiſſe, und es zu Nutz und Frommen Anderer wolle bekannt machen; aber er ward darüber nicht unwillig, ſondern ermunterte mich dazu, damit die Welt, die an den Herrn nicht glaube, ſeinen Ernſt und ſeine Güte erkennen lerne. Wie nun das Gaſt⸗