Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Emma kennen zu lernen, und meinen Pathen Berthold auf den Armen zu ſchaukeln; auch alle die lieben, guten Menſchen in Langenfeld wollte ich gerne ſehen, und mich an der guten Saat erquicken, die dort unter der Sonne Chriſti reifte. Ich kam in Langenfeld an. Von der Höhe herab ſchon geſehen, nahm ſich das Dorf ſtattlich aus. Ein großes, neues Gebäude, mit einem Thürmchen auf dem Dache, fiel mir in's Auge, und ich fragte einen vorbeigehenden Langenfelder, was das große Haus für einen Zweck habe?Das iſt unſer neues Schulhaus, gab der Bauer freundlich zur Ant⸗ wort.Und warum iſt das Gebäude ſo groß? fragte ich weiter.In dem Flügel rechts, ſagte der Mann, iſt die eigentliche Schule, nebſt der Wohnung des Leh⸗ rers; in dem Flügel links, mit dem großen Garten daran, iſt die Arbeitsſchule und die Schule für kleine Kinder.Und aus welchen Mitteln iſt das Alles

gebaut? frug ich.O, Langenfeld iſt nicht arm,

antwortete behaglich der Bauer,aber freilich hat der Herr Lorenz Eichmann das Beſte dabei gethan; ſonſt wären wir nicht ſo weit. Ich wünſchte dem Manne

einen guten Abend und trat in's Dorf ein. Die Leute, die mir begegneten, Alte wie Junge, ſahen fröhlich aus, und boten freundlich die Zeit. Ein Knabe, den ich nach der Pfarre fragte, lief ohne meine Bitte vor⸗ aus, mir den Weg zu zeigen. Emma kam mir mit meinem Pathen freundlich entgegen und empfing mich wie einen alten Bekannten, und als ich die erſten traulichen Begrüßungen mit meinem Reinau gewech⸗ ſelt, und ihm Vorwürfe gemacht, daß er mir die Bedeutung des Feſtes nicht genannt, zu dem er mich geladen; da ging die Thüre auf, und Richard und Ger⸗