Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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mahl begann, und die Becher fröhlich klangen, da erhob

ſich eine hohe Männergeſtalt, es war der Naumann aus dem Erlengäßchen; der war jetzt Schultheiß und ſprach alſo:Was fehlt uns? riefen jahrelang die Langenfelder, und Jeder wußte eine beſondere Antwort darauf, und Jeder ſtürzte immer tiefer hinab in den Abgrund des Verderbens. Bei uns galt ſo recht das Schriftwort:Die Sünde iſt der Leute Verderben. Da kam ein Fremdling zu uns, und wollte nicht von uns erkannt ſeyn, auf daß er um ſo ungeſtörter die Früchte der Gerechtigkeit unter uns ausſtreuen könnte. Er that's, aber wir verſtanden ſein Thun nicht; wir läſterten und verſchmähten ihn. Er aber ſchalt nicht wieder, da er geſcholten wurde; er fuhr fort zu ſegnen. Und die Saat, die er in des Herrn Namen unter Gebet und Thränen ausgeſtreut, die ging endlich auf. Wir lernten, was uns fehle; die Heimkehr zu Gott, die

Umkehr zu dem Heiland fehlte uns. Wie wir das

erkannten, da erkannte uns Herr Arnold als ſeine lieben, chriſtlichen Landsleute. Da fanden ſich die Getrennten wieder, der Vater den Sohn, der Sohn den Vater, der Bruder die Schweſter; da fand auch Richard die Gertrud. So iſt die Heimkehr vollbracht; und wer auf des Brautpaars Geſundheit mit mir trinkt, der bete auch im ſtillen Herzen:Der das gute Werk in uns angefangen hat, der möge es auch vollführen bis an den Tag Jeſu Chriſti!

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