Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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ich fühlte mich unwerth, Euch wiederzuſehen. Ich wäre, wie eine Froſtnacht in der Frühlingszeit, unter die Blumen Eures ſtillen Lebens gefallen; drum mußte ich fliehen, Euch zum Beſten und mir zur Buße. In der Gegend habe ich mich ſchnell hier und dort nach Euch erkundigt, und Alles, was ich von Euch hörte, trieb mich nur um ſo ſchneller von dannen. Unſere Emma iſt Brautz o Wilhelmine, wie mir bei der Nachricht zu Muthe ward, ich kann Dir's nicht beſchreiben! Kommt mein Brief an Dich, ſo nimm meine liebe Tochter in Deine Arme, und ſag' ihr unter heißen Küſſen:Liebe Emma, nimm den beſten Segen von Deinem Vater! Du haſt, wie ich gehört, gut gewählt; werde eine chriſtliche Hausfrau, und ſey Deinem Gatten Gehülfin des Lebens und der Seligkeit! Wenn Du die Pfarrfrau von Langenfeld biſt, dann ſchreibe an mich; als Antwort ſollſt Du die Abſchrift meines Teſtaments empfangen; Du biſt meine Erbin!Und nun, Wilhelmine, vergieb mir, was ich Dir Uebels that, und bete für mich. Der treue Gott und Vater nehme Dich und unſer Kind in ſeinen Schutz, und ſchenke Dir und mir ein ſeliges Wiederſehen vor ſeinem Thron. Meinem lieben Richard ſey um meinetwillen gut;z er wird Dir die Addreſſe meiner Heimath in der neuen Welt ſagen. Dort am Ufer des Ohio will ich täglich für Dein Wohl beten!