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haſt uns Alle gerettet, meinen Vater, meinen Johannes, mich und meine Kinder, und der Friede in vielen Häu⸗ ſern, das iſt Alles dein Werk!“„Und das Werk des Herrn, das vergiß nicht, Eliſabeth,“ ſprach ernſt Herr Arnold;„ſchickt erſt der Herr Hunger in's Land, nicht nach Brod, ſondern nach ſeinem Worte; wird es erſt ein Feuer, und ein Hammer, der Felſen zerſchmeißt, dann vergeht das Alte, und ſiehe, es wird Alles neu. Denn das Wort des Herrn iſt unſeres Fußes Leuchte und ein Licht auf unſerm Wege, und es heilet die Men⸗ ſchen weder Kraut noch Pflaſter, ſondern dein Wort, Herr, welches Alles heilet.“„Was fehlt uns alſo, uns Langenfeldern und Allen in aller Welt?“ „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!“
Eines Tages ward Herr Arnold eilig zur Frau Schulz geholt; er fand Mutter und Tochter in Thrä⸗ nen, und der Herr Pfarrer reichte ihm ſchweigend einen Brief. Der Herr Arnold las: „Bremen den 14. May 18.. „Meine liebe Wilhelmine!“
„Werden die Todten lebendig? höre ich Dich rufen, „wenn Dein Blick auf dieſe Zeilen fällt. Ja, Wilhel⸗ „mine, ich lebe noch, oder vielmehr, ich lebe wieder, und „ein Menſch, dem Chriſtus, der Herr, ſpät zum Leben „geholfen, kommt im Geiſt noch einmal zu Dir und „bittet Dich: Verzeihe mir Alles, was ich Böſes an „Dir gethan. Ich habe Dich dem Mangel preisgege⸗ „ben, als ich hätte für Dich arbeiten ſollen! ich habe „Dich der Verachtung der Menſchen preisgegeben, als „ich durch eigne Bravheit wieder hätte gut machen


