Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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wieder ein, und erwachte nur von Zeit zu Zeit, um eine Erquickung aus der Hand des Herrn Friedel an⸗ zunehmen. Als ich ſtärker wurde, erzählte er mir Ge⸗ ſchichtchen, wie man ſie Kindern erzählt, und ich hörte ſie mit Wohlgefallen an, und kam mir ſelber vor wie ein Kind, denn ich lachte und weinte wie ein Kind, und wußte nicht, daß außer meinem Pfleger noch Je⸗ mand auf der Welt ſey, der nach mir frage. Mit der Stärke meines Körpers kehrte aber auch meine Erinne⸗ rung zurück; ich nannte deinen Namen, und den Namen der Mutter; ich nannte unſer Gut am Ohio; ich bat Herrn Friedel, an meine Aeltern zu ſchreiben. Ich ſah auch wirklich, wie er mehrere Briefe ſchrieb und ſie einem Boten gab; ich ſah auch den Boten wiederkom⸗ men, und fragte um Nachricht; aber Herr Friedel wich meinen Fragen aus, und ſuchte mich zu erheitern. Als ich aber, von ihm geſtützt, meinen erſten Ausgang in's Feld that, und mein Auge auf den Ohio fiel, und alle Erinnerungen in mir aufwachten, und ich weinte; da ſprach Herr Friedel:Richard, du mußt dein Herz ſtärken auf eine Nachricht, die dich ſchwer erſchüttern wird; möge der Herr dich tröſten mit ſeinem Himmels⸗ troſt, wenn ich dir ſage, daß deine Mutter und deine Geſchwiſter nicht mehr am Leben ſind; ſie ertranken im Ohio. Dein Vater aber iſt gerettet, und ich laſſe eben ſeine Spur verfolgen; er iſt, nachdem er das Gut drunten am Ohio verkauft hat, nach den öſtlichen Staa⸗ ten gereiſt. Dieſe ſchreckliche Nachricht warf mich auf's Neue in meiner Geneſung zurück; aber ſie gab mir auch ſchneller meine Kraft wieder. Meinen Vater aufzuſuchen, das war mein Taggedanke und mein Traum. Nur halb geneſen, reiſte ich den Ohio hinab auf unſer