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„Mein Vater und meine Mutter verlaſſen mich, aber der Herr nimmt mich auf.“
„Von jenem fürchterlichen Augenblick, wo du uns zuriefſt:„Springt in Gottes Namen mir nach!“ habe ich nur noch dunkle Erinnerung. Ich weiß nur, daß mein Bruder John, der geübter im Schwimmen war, denn ich, mich mit der einen Hand über dem Waſſer hielt, indeß er mit der andern dem Kahn zuſteuerte, der zu unſerer Rettung herankam. Ich fuhr in der Todesangſt mit Händen und Füßen um mich her, und muß damit meinen Bruder vor der Zeit müde gemacht haben. Er ließ mich los und ſank vor meinen Augen unter, mich aber trieben die Wellen immer mehr von dem Rettungskahne weg. Von nun an weiß ich nichts mehr, als daß ich mitten in der Nacht unter den Hän⸗ den eines Mannes erwachte, und ängſtlich nach Vater
und Mutter rief. Herr Friedel war es, der mich ge⸗
rettet, als ich ſchon untergeſunken, noch einmal empor⸗ tauchte. Er war gerade am Ufer geweſen, um ſich in unſer Dampfſchiff aufnehmen zu laſſen; ſchnell war er in einen kleinen Nachen geſprungen, und zog mich aus der Tiefe. Er tröſtete mich gar freundlich, als ich er⸗ wachte, ich würde meine Aeltern wiederfinden, und be⸗ ſchwichtigte mich auf Augenblicke, denn ich war fürch⸗ terlich aufgeregt und redete irre. Nun weiß ich wieder nichts von meinem Zuſtand zu ſagen; denn ich lag wochenlang ohne Beſinnung, ein Nervenfieber brachte mich auf's Neue dem Grabe nah. Als ich drei Wochen nach jenem Unglückstag erwachte, ſaß Herr Friedel an meinem Bette, und wehrte mir die Fliegen ab, und gab mir zu trinken und ermahnte mich zur Ruhe. Ach, die Ermahnung hatte er nicht nöthig; ich ſchlief ſogleich


