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liche Traurigkeit, die zur Seligkeit eine Reue wirkt, die Niemand gereut, lag auf ihren Geſichtern. Was aber in den Herzen der Eliſabeth und der Gertrud vorging, das zu beſchreiben, iſt die Feder zu ſchwach. Thränen nur ſah man in beider Augen, und doch waren ſie froh, und doch wurde Eliſabeth nicht müde, dem wie⸗ dergefundenen Bruder die Hand zu drücken.
Da hub Herr Arnold an:„Unter dem Suchen nach deinem verlorenen Freund, mein lieber Richard, haben wir faſt dich und dein Schickſal vergeſſen, und damit die heiligen Wege Gottes, auf denen er dich wieder an mein Herz geführt hat. O, wie viel Thrä⸗ nen hab' ich um dich geweint, um dich, deſſen Grab ich nicht kannte; und nun, da ich dich wiedergefunden, möcht' ich nicht aufhören zu weinen über mein hohes, unverdientes Glück. Daß mein Lob recht feurig und
mein Dank recht heiß werde, daß ich meinen Freunden
hier die großen Thaten Gottes noch lauter verkünde, o, dazu hilf mir jetzt und ſag' mir, wie du mir erhal⸗ ten wurdeſt!“
„Vater,“ hub da Richard an,„du haſt viel gelit⸗ ten um meinetwillen, aber ich noch mehr um deinetwil⸗ len. Du hatteſt wenigſtens den Troſt, mich bei Gott zu wiſſen, als deine Hoffnung verſchwand, mich unter den Lebenden wiederzufinden. Aber denke dir meine Qual, der ich den Vater noch am Leben wußte, und konnte ihn nicht finden, der ich aus dem Haus des Ueberfluſſes mich plötzlich in die drückendſte Armuth ver⸗ ſetzt ſah. Ein Kind, das ſeinen Vater ſucht, iſt ein armes, armes Geſchöpf. Wäre des Herrn Wort nicht mein Troſt geweſen, ich wäre in meinem Elend ver⸗ gangen; ſo aber lernte ich Davids Wort verſtehen:


