Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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blieb, um ſich auszuruhen, denn das Bergſteigen ſchien ſeine Gewohnheit nicht zu ſeyn, da blieb auch Gertrud ſtehen, und der Blick des Jünglings ruhte dann jedes⸗ mal ſo ſinnend und nachdenklich auf ihrem Angeſicht, daß die Gertrud nicht wußte, wohin ſie blicken ſollte.

Jetzt war die Höhe erreicht, von dem Hofe der Altenburg, in den Gertrud die Fremden einführte, ſah man im Hintergrunde der weitläufigen Mauern, unter dem Schatten einer Linde, die aus den Steinen zu wach⸗ ſen ſchien, eine kleine, frohe Geſellſchaft. Bei deren An⸗ blick ſtanden die Fremden ſtille, wechſelten wieder einige Worte in ihrer Sprache, und der Aeltere ſprach zu Ger⸗ trud:Gehe hin, meine Tochter, und rufe uns deinen Großvater her; wir wollen uns hier einſtweilen nieder⸗ laſſen! Das that auch der Aeltere ſogleich, der Jün⸗ gere aber blieb ſtehen, und ſchaute auf die muntere Ge⸗ ſellſchaft unter der Linde. Ein recht freudiges Ereigniß mußte die beleben; denn er ſah, wie ein Mädchen raſch von der Erde aufſprang, und ſich in die Arme der Ger⸗ trud ſtürzte, und wie die beiden Jungfrauen ſich lange umarmt hielten, bis ein junger Mann aus der Geſell⸗ ſchaft trat und der Gertrud freundlich die Hand reichte. Das Alles ſah der Jüngling an und er ſeußzte tief, und die Thränen ſtürzten aus ſeinen Augen und er rief: Ach Gott! warum bin ich ſo allein?

Der Alte hatte eben dem Jüngling einige Worte zugerufen, die wie ein Vorwurf oder eine Ermunterung klangen; da ſah man, wie der Jüngling auf den alten Eichmann, der von der Geſellſchaft kam, mit ſchnellen Schritten losging, und mit den Worten:Großvater! Großvater! ſich an die Bruſt des Greiſes warf. Der alte Eichmann wußte nicht, was ihm geſchah; er glaubte