Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Jetzt ward drinnen gebetet; aber man hörte nicht ein eintöniges Geplapper aus dem Munde eines Schul⸗ kindes, ſondern der Lehrer betete ſelbſt, und was er betete, war ſo einfach und herzlich, ſo des Chriſtus⸗ geiſtes voll, daß dem Herrn Arnold das Herz aufging. Das Geſchäft, das ihn nach Leinau getrieben, war für heute vergeſſen, und er trat in die Schulſtube ein. Weder der Lehrer, noch die Kinder ſchienen darob zu erſchrecken, und als Herr Arnold ſich zu erkennen ge⸗ geben, da fuhr der Lehrer in ſeiner Tageslection fort, als wäre er allein mit ſeinen Schülern, und die Schü⸗ ler gaben Rede und Antwort, als wären ſie allein mit ihrem Lehrer. Von dem Cvangelium im Evangelio ſprach der Lehrer mit den Kindern, von dem Wort des Herrn:„Alſo hat Gott die Welt geliebt, daß er ſei⸗ nen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben.“ Eine Stunde und länger hörte der Herr Arnold zu, und als er wegging, da bat er den Lehrer recht freundlich, ihn bald in Langenfeld zu beſuchen. Der kam auch bald nach Langenfeld und blieb lange dort, und als er wegging, wußte Niemand, was er dort gethan, nur der Herr Pfarrer wußte es, und freute ſich von Herzen darüber. Denn ein frommer Schul⸗ meiſter iſt ein Schatz in einer Gemeinde, der nicht ge⸗ nug zu ſchätzen iſt, und den kein Hausvater in ſeinem Gebet vergeſſen ſollte. Wie man das Bäumlein bindet, ſo wächſt es, und die Krüppel im Feld und die Krüp⸗ pel am Herzen, die müſſen wohl keine guten Wärter gehabt haben. Freilich kann der Gärtner und der Leh⸗ rer nicht Alles thun, denn es kommt viel an auf die Art des Gewächſes; aber mit ihrer Macht ſoll's ja