Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Beſoldung nähme, denn ich will ihm geben, was er braucht.“ Da ward das Angeſicht des Bärenberg freund⸗ lich wie der Vollmond, und als er dem Herrn Arnold ge⸗ ſagt: das ſey aller Ehren werth, und er wäre ein Narr, wenn er da nicht zugreife; da eilte er zu ſeinem Gevatter Klein, und beide freuten ſich mit einander über ihr ge⸗ meinſames Schickſal und ihre gemeinſame Ruhe.

Aber wer war denn der Gehülfe, von dem der Herr Arnold wußte? Das war der junge Schulmeiſter in Leinau, Peter Hensler geheißen. Den hatte der Herr Arnold gefunden, wie man alles Gute findet; die Welt ſagt:„Durch Zufall,“ der Fromme ſagt: „Durch Gottes Schickung.“ Wer mit dem Herrn im Herzen ausgeht, der ſuchet recht und findet auch. Es war im letzten Sommer geweſen, da war eines Mor⸗ gens in aller Frühe der Herr Arnold nach Leinau ge⸗ ritten, um einen Handel dort abzuſchließen, und wie er ſein Pferd in der Schenke eingeſtellt, da ging er ſeinem Geſchäfte nach. Das führte ihn am Schulhauſe vorbei, und wie er unter den Fenſtern hinging, da hatte eben die Schule begonnen, und mit kräftiger, klarer Stimme ſang der Lehrer mit ſeinen Kindern das Morgenlied:

„Aus meines Herzens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieſer Morgenſtunde, Und all mein Lebenlang.“

Das alte, herrliche Lied des ſeligen Johann Mat⸗ theſius hatte der Herr Arnold nie ſchöner gehört, als an dieſem Morgen. Er blieb unter den Fenſtern ſtehen,

bis der letzte Vers vollendet war: „Fang an mein Werk im Frieden, Wie Gott es mir beſchieden In meinem Pilgerlauf.“