Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Heckenjacob ging auch bei der Nachricht das Herz nicht auf Roſen; der ſah den Werner auch als Broddieb an, denn die Haſen und Rehe wollten nun mit größerer Vorſicht aus des gnädigen Herrn Wälder geholt wer⸗ den, ſeit jüngere Ohren auf der Lauer ſtanden. Darob kratzte er ſich beſorgt hinter ſeinen Ohren, und nahm den Schluck aus ſeinem Glaſe noch etwas ſtärker, denn ſonſt. Da ging die Thüre auf, und herein trat mit zornrothem Angeſicht, wie ein Truthahn, der Teichmei⸗ ſter Fröbel.Auch abgeſetzt! ſchrie er und warf ſeine Pelzmütze in eine Ecke.Auch abgeſetzt und kei⸗ nen Kreuzer Penſion! ſchrie er noch wüthender.Aber ich will nicht Fröbel heißen, wenn ich mich nicht räche, treff ich den Broddieb, den Werner, irgendwo, er ſoll an mich denken!Tröſtet euch mit mir, Gevatter, ſprach begütigend der Heckenjacob,mein Pflug ſteht auch ſtill, ſeiidem der Werner den Fuchsſchwänzer macht; ihr ſeyd bis dahin nicht immer mein Freund geweſen und habt mich manchmal zur Straf' helfen brin⸗ gen; aber jetzt müſſen wir gute Kameradſchaft halten; zwei Hunde jagen beſſer, und es gilt nicht allein des Junkers Haſen und Fiſchen, es gilt auch dem verdamm⸗ ten Werner. Ich geh ihm zu Gefallen!Ich auch, Bruder! ſprach der Fröbel, und reichte dem Hecken⸗ jacob die Hand, und ſie tranken mit einander. Wenn zween Diebe einig ſind, ſo nennen ſie ihren Bund Freundſchaft. Ein ſolcher Bund aber hat mit der Freundſchaft eben ſo wenig gemein, wie Chriſtus mit Belial. Das Ende ſolcher Bündniſſe iſt wie des Judas Ende, der hinging und warf das Blutgeld in den Tempel.Ein Freund liebt allezeit und ein Bru⸗ der wird in der Noth erfunden, ſagt Salomo, aber