Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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jungen Werner ſo aufhetzte, das war das böſe Gewiſſen in ſeiner Bruſt. Von dem Klein galt auch, was der Apoſtel ſagt:Die da reich werden wollen, die fallen in Verſuchung und Stricke, und viele thörichte und ſchädliche Lüſte, welche verſenken die Menſchen in Ver⸗ derben und Verdammniß. Der Klein hatte vergeſſen des Herrn Wort:Nun ſuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß ſie treu erfunden werden; und weiter das Wort:Wachet, denn ihr wißt nicht, um welche Stunde der Herr kommt. Und da den Klein ſein Herr ſchlafend fand in ſeinem Dienſt, ſo machte er es, wie der reiche Mann im Evangelio mit ſeinem Haushalter; er forderte ihn vor ſich und ſprach zu ihm:Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannſt hinfort nicht mehr Haushalter ſeyn! Da meinte denn freilich der Klein, er müſſe bei dem gnädigen Herrn verfuchs⸗ ſchwänzt worden ſeyn, treuer wie er habe noch Keiner gedient, und der hochſelige Herr hätte das gewiß nicht gethan.Um ſeinetwillen, ſprach da der Junker gar ernſt,ſollt ihr auch nicht Mangel leiden, wie ihr es wohl verdient hättet! Und der Klein bekam eine Penſion und zog auf Miethe in ein kleines Häuschen, vom Herrnhaus juſt nicht fern, damit er ſeinen Brod⸗ dieb im Aug' behalten könne, wie er ſagte.

5. Was die Langenfelder einem Andern gönn⸗ ten, aber ſich ſelbſt nicht.

Und der Werner ward Förſter. Dieſe Nachricht

brachte der Heckenjacob am Abend des Tages, da der

Klein entlaſſen war, in Stophel Märzens Haus. Dem